Byebye, EAS (die nicht mehr so heißt)

Schon jahrelang habe ich keine so schöne Messe gehabt wie die EAS (die nicht mehr so heißt).

Ich kam erstmalig vor 4 Jahren als völliger Outsider in die Branche und gehe diesmal mit neuen Freunden und Kontakten. Das Geheimnis der IAAPA ist wohl, dass man eben gerade nicht den durchgetakteten Terminwahnsinn wie auf der #gamescom hat. Keiner unserer Termine dort hat irgendwie geklappt. Man schwimmt irgendwann einfach so herum und stolpert in Menschen.

So habe ich mich zum Beispiel mit einem der bekanntesten Creative Directors über den Unterschied zwischen Freizeitparks und Game-Design unterhalten („Unsere Gäste heißen nicht Nutzer, Basti, verdammt!“), mit einem bekannten niederbayrischen Fahrgeschäftehersteller darüber ‚dass ma fei ned b’scheissen derf!‘, habe von einem Darkride-Zulieferer den Projektprozess erklärt bekommen oder mit VR Coaster über Location Based Virtual Reality gefachsimpelt. Wenn ich und mein Kollege dann Michael Mack, immer umtriebiger Geschäftsführer des Europa-Park, für ein Audio-Interview eiskalt aus seinen Meetings herausziehen, wir uns entschuldigen und er einfach nur sagt: „Nö, ICH HAB LUST“ und uns dann ne Dreiviertelstunde aus seinem Leben erzählt, dann geht mir schlicht das Herz auf. Keine Staralüren, keine nervig kreischende Fan-Base, einfach nur Leute, welche das Projekt und die Sache in den Mittelpunkt stellen (auch wenn ich nicht genau weiß, wie die so überhaupt mit was fertig werden).

Ich komme mit einer tollen Ausbeute zurück – medial wie geistig – und einiges davon werden wir in der nächsten Zeit auf dem Podcoaster, unserem Podcast-Format, als Firmen- und Personen-Portraits veröffentlichen. (Etwas, auf das die Attraktionsbranche scheinbar bislang gar nicht vorbereitet ist.)

Einen ersten Short Track gibt es bereits zu hören, hier:

Auch wenn ich immer Game-Designer bleiben werde – auf Dauer kann ich mir den immer gleichen Sermon nicht geben. Hier bin ich wieder absoluter Dummie, stelle schrecklich dämliche Fragen und lerne jedes Mal dazu. Und gleichzeitig merke ich, dass die Messe voll ist mit gleichen Leuten aus der Schnittmenge: Filmschaffende, Dramaturgen, Games-Leute, Webdesigner – alle kommen sie hier an, um weiter Welten zu bauen. Halt nur ohne Unreal Grant.

Klar, auch diese Branche hat (viel) Stress und ist sicherlich noch weniger work-life-balance-gerecht wie die Games-Branche. Und Probleme, die ich nicht sehe, gibt es auch dort genug. Aber im Gegensatz zur lauten, gehetzten und leicht wahnsinnigen gamescom freue ich mich jetzt bereits auf die #IAAPA 2020.

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