Once Upon A Time in Hollywood

Im Prinzip kann ich dem Review hier bei Half in the Bag zustimmen: Der Film ist eine große Hommage an das Kino und seine Stars der Vergangenheit mit einem noch größeren, satirisch-groteskem Stinkefinger gegen alle, die das ändern woll(t)en – bis hin zur vollständigen Leugnung der Realität und einem bewusst fiktiv-verblendeten Verharren in der alten Zeit. Das hat mir gefallen.

Nur leider macht eine vignettenartige Schlaglichtzusammenfassung mehrerer schön abgelichteter Darsteller noch keinen wirklich guten Film. Dass das Fragmentierte immer Tarantinos Markenzeichen war, stelle ich da gar nicht in Abrede. Trotzdem können (zumindest die meisten) seiner Filme trotzdem irgendeine Geschichte erzählen, die mehr sind als eine beliebige Aneinanderreihung von Szenen, die am Schluss nur davon leben muss, dass die Erwartungshaltung (inhaltlich geht es um die Ermordung Sharon Tates) mit einem völligen Over-The-Top-Statement konterkariert wird. Ich hab zwar ob der Idiotie, wirklich die ganze Kernaussage des Films auf diese „Ist-mir-egal“-Ideologie runterzubrechen, recht gelacht – aber es ist einfach zu wenig. Dass Tarantino auch Charakterentwicklung und strukturierte Geschichten kann, hat er spätestens seit Kill Bill bewiesen.

(Oder er konnte es dort wirklich nur, weil er radikal kopiert hat und offenbart damit seine wahre Schwäche in diesem sehr persönlichen Liebesbrief an das Kino).

Schade. Mit etwas mehr Gehirnschmalz und weniger Ego hätte das grandios sein können.

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