{"id":810,"date":"2007-10-26T00:00:00","date_gmt":"2007-10-25T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.coaster.de\/wp\/?p=810"},"modified":"2007-10-26T00:00:00","modified_gmt":"2007-10-25T23:00:00","slug":"private-postdienstleister-streiken-gegen-vater-staat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/telekommunikation\/private-postdienstleister-streiken-gegen-vater-staat\/","title":{"rendered":"Private Postdienstleister streiken gegen Vater Staat"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich h\u00e4tte alles so einfach sein k\u00f6nnen. Denn eigentlich w\u00e4r das Briefmonopol in Deutschland bereits 1998, dann mal 2001, danach 2005 &#8211; und am Ende hat man es auf Ende 2007 verschoben. Eine lange Durststrecke, bei dem immer wieder private Dienstleister kurz vor dem Startschuss wieder eingestampft wurden, weil die Regierung das Monopol f\u00fcr Briefdienst-Leistungen nochmal ne Runde verl\u00e4ngert hatte. Ende 2008 sah es dann erst ganz gut aus: Das Monopol f\u00fcr den Briefverkehr sollte der Post endg\u00fcltig genommen werden. Anbieter wie TNT Post, Hermes, PIN AG und weitere bereiteten sich auf den Einstieg zum 1.1.2008 vor. Der Preisdruck ist f\u00fcr die neuen Bewerber h\u00f6her, da die Post als Ex-Staatsunternehmen von der Mehrwertsteuer befreit ist. Als die Regierung nun kurz vor Weihnachten doch noch den Mindestlohn f\u00fcr Postdienstleister beschlossen hatte, gingen die Privaten in den Streik. Die drei gr\u00f6\u00dften, TNT, Hermes und PIN k\u00f6nnen den Mindestlohn von 9,80 Euro die Stunde nicht zahlen. Hermes und TNT, welche die Briefannahme \u00fcber die Hermes Paketshops erm\u00f6glicht h\u00e4tte, stampft den jahrelangen Aufbau des Konzepts 3 Wochen bevor das Baby fliegt einfach wieder ein. Die PIN AG wirkt noch unschl\u00fcssig, wird aber auf alle F\u00e4lle <a href=http:\/\/www.mylogistics.net\/de\/news\/themen\/key\/news812522\/jsp>mind. 1000 Brieftr\u00e4ger<\/a> entlassen. Da von einer Markt-Liberalisierung nat\u00fcrlich viele Firmen profitieren wollen, hat das nicht nur Auswirkungen auf die personalstarken Zustellerfirmen sondern auch auf alle Partner dahinter. Daf\u00fcr nur exemplarisch die Firma Xanto: <i> Der gesetzliche Mindestlohn f\u00fcr Brieftr\u00e4ger bedeutet f\u00fcr viele private Briefdienste in Deutschland das Aus. &#8218;Der Blick in die Zukunft ist zur Zeit tief schwarz, Gehaltssteigerungen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von bis zu 30 Prozent sind bei einem Personalkostenanteil von 80 Prozent an den Gesamtkosten schlichtweg nicht tragbar&#8216;, sagt Christian Holland-Moritz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Xanto. Das Unternehmen mit Sitz in M\u00fcnchen realisiert unter anderem die deutschlandweiten Logistikverkehre der PIN Group. &#8218;Unsere Kunden stehen derzeit vor Massenentlassungen und das wenige Tage vor der Liberalisierung, die nunmehr zu einer Pseudo-Veranstaltung degeneriert&#8216;, bedauert Holland-Moritz. Business as usual sei nicht mehr lange m\u00f6glich, berichtet der Xanto-Chef: &#8218;Wenn die PIN Group wie angek\u00fcndigt als Optionen bis hin zur Einstellung der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit pr\u00fcft, ist auch die Basis unseres Gesch\u00e4fts akut gef\u00e4hrdet&#8216;, so Holland-Moritz weiter. Nach gemeinsamen Pl\u00e4nen von PIN und Xanto wollte man das Gesch\u00e4ft im Zuge der vollst\u00e4ndigen Liberalisierung weiter ausbauen. Beide Unternehmen haben bereits Millionen in den Aufbau des Logistiknetzes investiert. Besonders tragisch ist diese Entwicklung f\u00fcr die mehr als 40.000 Zusteller, welche bei den privaten Briefdiensten in den vergangenen Monaten Arbeit gefunden haben. Diese zumeist gering qualifizierten, f\u00fcr die Branche aber wichtigen Arbeitskr\u00e4fte, kamen zum gr\u00f6\u00dften Teil aus der Arbeitslosigkeit. &#8218;Genau dorthin werden Sie jetzt durch die Politik auch wieder geschickt \u2013 welch Ironie&#8216;, sagt Holland-Moritz bitter. &#8218;Durch die Pseudo-Liberalisierung werden nur einige wenige privaten Briefdienste \u00fcberhaupt \u00fcberleben, die Deutsche Post wird auf Dauer der tonangebende Monopolist bleiben,&#8216; bef\u00fcrchtet Holland-Moritz. &#8218;In jedem Fall sind die Gesch\u00e4ftmodelle vieler privater Briefdienste durch den gesetzlichen Mindestlohn hochgradig gef\u00e4hrdet, der Markt ist quasi tot bevor er \u00fcberhaupt geboren wurde. In der Telekommunikation w\u00fcrde dies bedeuten, dass alles beim guten, alten Drehscheibentelefon bleiben wird.&#8216;<\/i> Quelle: <a href=http:\/\/www.mylogistics.net\/de\/news\/themen\/key\/news812682\/jsp>myLogistics<\/a> Ich beobachte den Markt ja schon lang. Und ich hab nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ein Demonopolsierungs- und Liberalisierungsfan bin &#8211; so lange es eine Regulierung daf\u00fcr gibt. In der Telekommunikationsbranche hat Deutschland das finde ich ziemlich gut vorgemacht. Beim Strommarkt hat man dagegen auf Grund katastrophaler Lobbyarbeit versagt. Beim Briefmonopol passiert nun (schon wieder) das <a href=http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,520663,00.html>Gleiche<\/a>. F\u00fcr mich gehen immer noch Arbeitspl\u00e4tze vor staatlich erzwungenem Mindestlohn. Ich w\u00fcrde lieber f\u00fcr 7,60 Euro die Stunde (PIN-Lohn) arbeiten als als Hartz IV Empf\u00e4nger sp\u00e4ter einfach nur zu Hause zu sitzen und nichts zu bewegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich h\u00e4tte alles so einfach sein k\u00f6nnen. 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