{"id":28926,"date":"2014-05-15T00:09:10","date_gmt":"2014-05-14T22:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.coaster.de\/wp\/?p=28926"},"modified":"2014-05-15T00:09:10","modified_gmt":"2014-05-14T22:09:10","slug":"i-wui-blos-no-raus-aus-altotting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/film-kultur\/i-wui-blos-no-raus-aus-altotting\/","title":{"rendered":"&#8222;I wui blo\u00df no raus aus Alt\u00f6tting&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>So, wieder zur\u00fcck vom DOK.fest.<\/p>\n<p>Diesmal sind&#8217;s &#8222;nur&#8220; drei Filme, weil in letzter Zeit echt genug los war. Die meisten haben meine Meinung ja bereits auf Facebook lesen k\u00f6nnen. \u00dcberraschungssieger bei den von mir gesehenen Filmen ist wirklich &#8222;<strong>Kofelgschroa. frei. sein. wollen.<\/strong>&#8220;<\/p>\n<p>Der Dokumentarfilm begleitet die oberammergauerische Band mit dem Namen &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kofelgschroa\">Kofelgschroa<\/a>&#8220; \u00fcber mehrere Jahre. Vom unbekannten Quartett mit b\u00e4uerlicher Langsamkeit bis zum &#8222;Durchstarten&#8220;auf den hippen Jugend- und Radiosendern Deutschlands. Auch wenn ich mich hier gegen\u00fcber Facebook nochmal wiederhole. Ich erwarte mir zun\u00e4chst eigentlich nur ein klassisches Portrait und erhalte am Ende doch eine unglaublich vielseitige Dokumentation, die \u00fcber die Band an sich noch weit hinausgeht.<\/p>\n<p>Musik. Philosophie. Kabarett. Humor.<\/p>\n<p>Aber auch Medienkritik, Entschleunigung, Landschaft &#8211; immer wieder der Kofel. Immer wieder die Verbundenheit mit Natur. Immer wieder die Treue zu sich selbst. Die Standhaftigkeit &#8211; wie ein Berg eben.<\/p>\n<p>Szenenapplaus im Kino als die vier Musiker der Reihe nach die komplette arrogante Medienbranche an die Wand spielen: Unvergessen der Auftritt, wo die vier eine Berliner Radiomoderatorin vollends mit ihrer konsequenten Verweigerung der eigenen Vermarktung verwirren und sich jedes Schubladendenken verbieten. Die Szene schlie\u00dft f\u00fcr mich wundersch\u00f6n den Bogen zum Anfang der Dokumentation, wo man vier schr\u00e4ge, teils verkrampft oder verunsichert oder sogar leicht minderbemittelt wirkende Personen sieht. Und die sich trotzdem nichts sagen lassen, selbst wenn die komplette Halle sie ausbuht. \u00dcber die Reise, die wir mit ihnen machen, bemerkt man mehr und mehr, wie minderbemittelt aber doch die Welt eigentlich gegen\u00fcber diesen Lebensk\u00fcnstlern ist. Wie schelmisch grinst das ganze Kino-Publikum in sich hinein, als es begreift, dass die Radiomoderatorin ihre spitzfindigen G\u00e4ste scheinbar ganz sicher nicht begriffen hat.<\/p>\n<p>Ich glaube ja, die Nervosit\u00e4t der Moderatorin vorgestern im restlos ausverkauften Kino beim Auftritt der Musiker (09:45) kam nicht von ungef\u00e4hr:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/7FiStD_mOx4\" frameborder=\"0\" width=\"560\" height=\"315\"><\/iframe><\/p>\n<p>Kurz: Ein Loblied auf das Andersartigsein, auf die Poesie und ein w\u00f6rtlicher Abgesang auf die regelversessene Gesellschafft mit den mir sehr eing\u00e4ngigen Worten:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;I wui blo\u00df no raus aus Alt\u00f6tting. I wui frei sein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&#8230; der Untertitel der Dokumentation: &#8222;frei. sein. wollen.&#8220;<\/p>\n<p>Dass die Erkenntnis ausgerechnet in meiner Geburtsstadt gef\u00e4llt wird, setzt dem Film f\u00fcr mich die Krone auf (ich denke, es gibt vielleicht sogar kein besseres Alt\u00f6tting-Portrait als diese 2 Minuten im Klassenraum der Musikschule). Ob es anderen auch so geht? Sicherlich nicht. Daf\u00fcr ist er ohne Zweifel viel zu sehr mit der bayrischen Lebensmentalit\u00e4t verbunden. Mit dem Verschroben sein, dem Grantlhubertum, dem Berg &#8211; dem Kofel eben. Ein sch\u00f6ner Film bleibt es trotzdem. Allein schon wegen der mir immer wieder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/_fmQ_sYHvbs\">nah gehenden Musik der Kofelgschroarer<\/a>, die f\u00fcr mich irgendwo zwischen traditioneller Bergmusik und melancholischem Seemanns-Gesang hin und her pendelt. Genau die zwei Extreme, die halt auch mich bewegen (und im Film durchaus auch ihren Eingang finden).<\/p>\n<p>Am Ende bleibt: Minuten langer Applaus. Lauter fr\u00f6hliche Gesichter. Freibier bis &#8222;Geld alle is&#8220;. Und einfach nur eine gewisse Form der Wahrhaftigkeit. Sch\u00f6n wars. Danke!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, wieder zur\u00fcck vom DOK.fest. Diesmal sind&#8217;s &#8222;nur&#8220; drei Filme, weil in letzter Zeit echt genug los war. 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