{"id":22,"date":"2005-03-02T13:56:00","date_gmt":"2005-03-02T12:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.coaster.de\/?p=22"},"modified":"2005-03-02T13:56:00","modified_gmt":"2005-03-02T12:56:00","slug":"dvd-review-dellamorte-dellamore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/notiz\/dvd-review-dellamorte-dellamore\/","title":{"rendered":"DVD-Review: Dellamorte Dellamore"},"content":{"rendered":"<p class=\"mobile-post\">Dellamorte Dellamore (von der Liebe, von dem Tod) ist einer der ganz <br \/>gro\u00dfen Highlights des jungen Horrorfilmkinos! Regisseur Michele Soavi <br \/>hat sich m\u00e4chtig ins Zeug gelegt und eine nicht nur optisch sondern auch <br \/>inhaltisch faszinierende Geschichte gemacht, die Liebe mit dem Tod <br \/>gekonnt und gewissenhaft verbindet.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Der junge Francesco arbeitet auf dem Friedhof als Friedhofsingenieur. <br \/>Immer wieder wird er von der Liebe heimgesucht und kaum glaubt er, die <br \/>wahre Liebe gefunden zu haben wird sie ihm grausam wieder entrissen. <br \/>Gleichzeitig fangen die Leichen auf dem Friedhof zu Leben an und kehren <br \/>wieder zur\u00fcck &#8211; nur durch einen Schu\u00df in den Kopf kann man sie v\u00f6llig <br \/>t\u00f6ten. Somit befindet sich Francesco st\u00e4ndig zwischen dem Tod und dem <br \/>Leben &#8211; &#8222;die Lebenden sterben und die Gestorbenen leben&#8220; &#8211; bis er <br \/>schlie\u00dflich v\u00f6llig resignierend feststellen muss, dass niemand seine <br \/>Liebe erwiedert und das viele &#8222;lebende&#8220; Menschen viel &#8222;toter&#8220; sind als <br \/>die Toten auf seinem Friedhof.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Um den Schmerz des grausamen Lebens zu lindern f\u00e4ngt er an, v\u00f6llig <br \/>grundlos unschuldige Menschen zu t\u00f6ten, weil sowieso &#8222;alles scheisse <br \/>ist&#8220; und wenn es im Leben schon keine Liebe gibt, gibt es auch f\u00fcr <br \/>niemanden Grund zu leben.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Erst nachdem er sich &#8222;bis zum Ende der Welt&#8220; begibt stellt er fest, dass <br \/>das T\u00f6ten nicht die L\u00f6sung seines Elends sein kann und dass man die <br \/>Liebe v\u00f6llig auf sich alleingestellt (&#8222;Ich bringe Dich nicht nach <br \/>Hause.&#8220;) finden muss. Hier endet auch der Film und l\u00e4sst den Zuschauer <br \/>allein \u00fcber die tiefliegende Aussage dieses Streifens weitersinieren.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Ein hervoragender Film voller Metaphern, grandiosen Aufnahmen, viel <br \/>potentiellem Gespr\u00e4chsstoff, tiefliegenden Intentionen und nur <br \/>oberfl\u00e4chlich gesehen ein Horror- bzw. Zombiefilm.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Soavi m\u00f6chte die Probleme unserer heutigen Jugend aufdecken: Die <br \/>unerf\u00fcllte Liebe (&#8222;Jetzt hab ich die Schnauze voll von der Liebe&#8220;), der <br \/>st\u00e4ndige Wunsch eigentlich lieber Tod zu sein als grausam leben zu <br \/>m\u00fcssen (&#8222;Ich liebe Gebeinh\u00e4user&#8220;), die untrennbare Verkn\u00fcpfung der Liebe <br \/>mit dem Tod (&#8222;Machen wir es auf dem Grab meines Mannes&#8220;) &#8230; Man k\u00f6nnte <br \/>stundenlang \u00fcber diesen Film schreiben &#8211; aber man muss ihn sich einfach <br \/>ansehen um die zahlreichen Anspielungen zu erkennen und zu verstehen &#8211; <br \/>am besten mehrmals!<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Der Film ist einfach ein Meisterwerk mit tollen gothischen Aufnahmen, <br \/>guten Schauspielern, mehreren Unterplots und sehr sch\u00f6ner musikalischer <br \/>Untermalung. Und trotz der eigentlich resignativen Haltung des Films und <br \/>der gro\u00dfen Trauer und Verzweiflung, die ausgedr\u00fcckt wird, gibt es eine &#8211; <br \/>sogar sehr gut in das Schema passende &#8211; geh\u00f6rige Priese Ironie noch dazu.<\/p>\n<p class=\"mobile-post\">Leider haben nur die wenigsten Horrorfilmfreunde die tiefere Intention <br \/>des Films verstanden (so musste sich der Regisseur bei der Pr\u00e4mie auf <br \/>dem Fantasy Filmfest in M\u00fcnchen mehr bl\u00f6de als konstruktive Fragen <br \/>gefallen lassen) &#8211; ganz im Ernst: Er ist nicht so einfach und <br \/>intelligenter als die intelligentesten Hollywoodstreifen: Also unbedingt <br \/>ansehen und eigene Meinung bilden und nicht immer nur auf die Effekte <br \/>schauen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dellamorte Dellamore (von der Liebe, von dem Tod) ist einer der ganz gro\u00dfen Highlights des jungen Horrorfilmkinos! Regisseur Michele Soavi&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[13],"tags":[1844,3288,4136,5032],"class_list":["post-22","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-notiz","tag-friedhof","tag-michele-soavi","tag-regisseur","tag-toter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruen-wald.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}